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Montag, 25. Februar 2013

Saints Row: The Third- Dildogekloppe im Koop





Titel: Saints Row: The Third
Entwickler: Volition Incorporated
Publisher: THQ
USK: Keine Jugendfreigabe
System: PC (PS3, Xbox 360)
Release: 18.11. 2011


Ich werde fünf Mal über deine Leiche fahren, wenn sich endlich mal jemand erbarmt, dich zu killen- so oder so ähnlich fühlen sich die Gedankengänge an, die einem im Kopf rauf und runter rattern, während man Zeuge wird, wie man zum zigsten Mal versucht, euch in der Presse schlecht darstehen zu lassen. Eine STAG Einheit in eurer Stadt? Um die Ganghierarchie auszumerzen?
No way, letzten Endes wart ihr es, die sich den Arsch für Steelport aufgerissen haben und ihr werdet den Teufel tun, eure wohlverdiente Macht und Popularität wieder abzudrücken. Schließlich habt ihr euch im Laufe der Zeit eine wachsende Fangemeinde aufgebaut- eure Modelinie läuft so gut, wie noch nie, ihr werdet für Filme verpflichtet und an jeder Ecke will man ein Foto von euch.

Wäre die STAG wenigstens euer einzigstes Problem- doch wo es eine Gang gibt, gibt es natürlich auch viele andere, größtenteils Neider, die euren schlechten Ruf nutzen wollen, um ein Stück vom Steelportkuchen abzuhaben. Und so müsst ihr euch in Saints Row: The Third nicht nur mit dem großkotzigen Millitär herumärgern, sondern auch gleichzeitig versuchen, das Syndikat, die Wrestlertruppe Luchadores und die Hackergenies Deckers loszuwerden.
Also zückt schonmal eure Riesendildos, denn der Kampf um die Herrschaft wird vor allen Dingen eines: blutig, böse und verdammt schräg!



Typische Passanten in Steelport
Öhm? Was macht die Katze da mit dem Hotdog und warum zur Hölle bin ich eine verfickte Toilette? Das sind während des Spielverlaufs noch die harmloseren Fragen, die euch beschäftigen werden. Denn die Missionen in Saints Row: The Third sind nichts für Leute, die Realismus pur erwarten. Mal verfolgen wir die Deckers durch ein wahnwitziges Pixelimperium und lösen dabei textbasierte Rollenspiele, mal wrestlen wir gegen den Oberluchadores und veranstalten dabei ein Kettensägenmassaker. Und wenn wir nicht gerade ein Frachtschiff voller Nutten retten und uns danach überlegen, was wir mit Ihnen machen, versuchen wir nebenbei die anderen Gangs in einem riesigen Wellengemetzel auszubooten.

Die Welt von SR 3 lässt kaum Wünsche offen- Neben der sehr witzig inszenierten Haupthandlung könnt ihr fast an jeder Ecke ein Stück Gebiet zurück erobern und euch mit irgendjemanden anlegen, der euch nicht in den Kram passt. Habt ihr das alles durch, wird halt zu einem der genialen DLCs gegriffen, in denen ihr unter anderem den Film "Gangsters in Space" drehen, oder euch durch die irre Show von Mr. Genki ballern könnt. Alles in allem könnt ihr euch ziemlich lange mit dem Spiel beschäftigen und killen, wann immer ihr Lust habt. Die Hauptmissionen beinhalten gute Zwanzig Stunden Spielespaß.

Ob Zombiekiller oder Toilette- hier ist alles möglich


Bei Saints Row: The Third steht euch die gesamte Welt ebenfalls im Koop zur Verfügung und ist somit komplett zusammen spielbar. Meistens ist der erste Player für die Hauptaktionen wie Autofahren zuständig, was dem ganzen aber keinen Abbruch tut, denn der Partner hat immer was zu tun. Fährt dieser, wird euch die Aufgabe zuteil, alles abzuballern, was nicht Niet,- und Nagelfest ist, muss euer Mitspieler ein Wrestlingmatch bestreiten, seid ihr dafür zuständig, die anderen vom Ring mittels euren Fäusten fernzuhalten.




Ich gebe zu, ich habe mich teilweise etwas vergewaltigt gefühlt und ich fand es gar nicht nett, das mein Mann nichts anderes tun musste, als zu driften und Spaß zu haben, ich aber währenddessen auf der Rückbank "die besondere Stelle" beim Kunden finden musste. Im Single Player Mode erledigt das sonst eine Nutte für euch. Aber ein paar Abstriche muss man wohl machen, um etwas großes zu schaffen und somit gebe ich mich als zweiter Player dann halt auch mit dem dreckigen Handjobs zufrieden, die ich desöfteren mal verteilen muss.



Das einzige, was etwas schade ist, sind die Zwischensequenzen, die zwar sehr witzig sind, aber auf nur eine Person gekürzt wurden- somit wird das "Wir sind ein Team"- Gefühl, das ihr nach einem gnadenlosen Massaker verspürt, doch ein wenig getrübt. Zudem hat die Gestik etwas gelitten, denn es scheint, als hätten die Entwickler hier lediglich einen männlichen Body programmiert, weswegen man bei weiblichen Charakteren immer einen gewissen "Mannsweib" Beigeschmack hat- es sei denn, sie sind wie Shaundi bereits fest ins Spiel eingebunden, deren Bewegungen der einer Elfe gleichen.

Für euren Charakter steht euch ein sehr umfangreicher Editor zur Verfügung, mit dem ihr euch Stunden aufhalten könnt. Passt euch eure ethnische Herkunft nicht mehr, habt ihr im Spiel die Möglichkeit zum Beauty Doc zu fahren und euch komplett neu zu restaurieren. Außerdem habt ihr die Wahl zwischen verschiedenen Charaktergesten- Spottgesten sowie Komplimente- doch Vorsicht: Rechnet damit, dass geschossen wird, wenn ihr jemand bewaffneten den Stinkefinger zeigt.
Und für die Ladies, die wie ich ihren Mann gerne an den Rand des Wahnsinns treiben- ihr könnt shoppen, shoppen und nochmal shoppen.

Der Charaeditor lässt keine Wünsche offen.



Freie Welt? Hmmm...leider Nada. Kommen wir zu einer der Hauptkritikpunkte des sonst ziemlich grandiosen Spiels. Die Welt von Steelport kommt euch nämlich frei vor- ist sie aber nicht. Ihr habt zwar die Möglichkeit, euch in ein paar Läden zu bewegen (Klamotten, Waffenläden), Minispiele wie in GTA sucht ihr hier aber vergebens.


Ebenfalls findet man ziemlich viele Glitches in dem Spiel: So kann es zum Beispiel passieren, dass das Spiel im Koop mal nicht ganz synchron läuft und ihr euch fragt, warum euer Fahrer alles umnietet, obwohl er das eigentlich nicht tut, Gegner in der Luft herumzucken und in Wänden steckenbleiben oder das Auto, auf das ihr gerade aus voller Inbrunst heraus ballert vor euren Augen verschwindet. Zudem läuft das "Ich renne in ein Gebäude um meine Polizeiabzeichen loszuwerden-Prinzip" auch nicht immer ganz so, wie es sollte.
Vom Schwierigkeitsgrad her muss ich zugeben, dass die ersten beiden nicht wirklich eine Herausforderung darstellen, was erfahrene Spieler vielleicht etwas frustrieren mag. Ich fühl mich ja eher in der Point & Click Welt zuhause, bin auch eigentlich eher blutiger Anfänger was ballern betrifft, hatte aber in dem Spiel (bis auf vielleicht zwei Missionen, die aber auch eher eigener Dummheit geschuldet waren) kaum Probleme. Die KI lässt ziemlich zu wünschen übrig (manchmal werdet ihr nicht mal bemerkt), Schwierigkeit entsteht eigentlich eher durch die Masse und teilweise sehr hohe Schmerzgrenze der Gegner.


Alles in allem ist Saints Row: The Third ein irre geiles Spiel, dass vor Allen Dingen für Koop Freunde ein absolutes Muss ist. Wer mit dem furchtbar überzogenen Humor nichts anfangen kann und bei dem Anblick von Fistingmaschinen pikiert den Kopf schütteln muss, ist hier aber eindeutig Fehl am Platz. Aber selber schuld- ich kann darüber lachen. Hier bekommt man von klassischen Missionen bis hin zum Zombieshooter alles. Zudem ist die englische Vertonung ein richtiges Sahnehäubchen (Pornostars, Hulk Hogan und Burt Reynolds as himself) und sorgt für einige Lachanfälle zwischendurch. Nicht ganz GTA- aber erfrischend anders.

"You want a piece of this? Do ya?"- "Heeell yeah!..."

+ Gnadenloser Witz
+ Gut ausgebauter Koop Modus
+ Überraschende Storyline mit Alternative Endings
+ Abwechslungsreiche Missionen
+ tolle Synchro


- Glitches over Glitches
- Schlechte KI
- eingeschränkte Freiheit in Steelport
- Zwei von drei Schwierigkeitsgrade sind zu leicht








(Bilder: Saints Row: The Third, Volition Incorporated, all rights reserved)

Freitag, 16. November 2012

Condemned und die liebe Gewaltverherrlichung.

Condemned: Criminal Origins



Ein kleiner Einblick in die Index Spiele Welt.

Ok, mich als leidenschaftlichen Zocker zu bezeichnen, geht zu weit. Ich bin eher ein leidenschaftlicher Zugucker, mache es mir mit einem Tee gemütlich und schaue unter Schreikrämpfen meinem Holden zu, wie er die fiesesten Horrorspiele spielt. Ich darf mir dann desöfteren das ein oder andere anhören, weil ich meinen Mann anscheinend ziemlich nervös mache, wenn ich rumkreische, weil er einfach nur seine Waffe nachlädt, aber so bin ich einfach. Von einer Frau die Paranormal Activity nur durch ein Loch im Pizzarkarton schaut, darf man halt in dieser Hinsicht keine Abgebrühtheit erwarten. Ich bleib dann lieber in der bunten Super Mario Welt, in der ich mich auch mit einem Joystick in der Hand Pudelwohl fühle, aber Horror?
No way. Ich will hinterher nicht daran schuld sein, wenn der Controller im teuren TFT landet...

Nachdem wir sämtliche Point & Click Adventures durch hatten und ich mich für andere Sachen nicht wirklich begeistern konnte, mein Schatz sich aber auch nicht zu SIMS überreden lassen wollte (diese Scheiß sozialen Kontakte nerven aber auch in dem Spiel), machte ich ihm den Vorschlag, dochmal Condemned zu spielen- ein Horrorspiel mit Point & Click Elementen, das ziemlich hochgelobt wurde. Gesagt, getan. Wenige Tage später wurde das Ding gestartet.

Index? Witzig, dass Condemned: Criminal Origins natürlich in Deutschland nur unter der Theke verkauft werden darf, denn das Spiel unterliegt in Deutschland einem Verbreitungsverbot, wegen Gewaltverherrlichung. Natürlich nimmt man diese Spiele dann etwas genauer unter die Lupe und fragt sich:
Ist dieses Urteil gerechtfertigt?



Nein. Ich muss dabei ein wenig schmunzeln, denn es mag sein, dass ich durch zahlreiche Survival Horror Games einfach nur fürchterlich abgestumpft bin, aber bitte...Also die Gewaltdarstellung in Condemned ist mit Sicherheit nicht ohne, aber ich habe schon bei weitem schlimmeres gesehen (Fallout? Resident Evil?).
Man kann den Leichen nicht einmal im nachhinein die Gliedmaßen abschlagen, was ja mal ganz wertungsfrei fast Gang und Gebe ist, außerdem seh ich es da immer noch sehr pragmatisch- solange man keine unschuldigen Menschen zerballert, sondern Zombieähnliche, besessene Dinger, besteht jetzt auch noch nicht der Grund zur Sorge, dass meine Emphatie da runter leiden müsste.
Sollte es denn einmal zu einem Zombieähnlichen Voodoo Befall in meiner Stadt kommen, müssten die Dinger ja auch weg. Demnach alles ein wenig übertrieben. Manchmal musste man schon schlucken, aber eher bei den Sachen, die sich im Kopf abspielten, aber davon gleich mehr.

Ihr begleitet in dem Spiel Ethan Thomas, einen FBI Agenten, der auf den Fall eines Serienkillers angesetzt wird. Dieser Killer, der Matchmaker, stranguliert seine Opfer und positioniert diese zusammen mit Schaufensterpuppen in skurrilen Szenarien (die Vorstellung mich in so jemanden hineinzuversetzen, finde ich hart, ein Teil der Dinge, die ich eben meinte). Bei der Untersuchung des Tatortes trefft ihr plötzlich auf eine verdächtige Person- diese knöpft euch die Waffe ab und erschießt eure FBI Männer.
Da alles so aussieht, als wärt ihr das gewesen, werdet ihr zum Gejagten und macht es euch fortan zur Aufgabe, den Typen zu fassen, den ihr hinter dem Matchmaker vermutet, um eure Unschuld zu beweisen.



Soviel zur Rahmenhandlung. Im Laufe eurer Ermittlungen lauft ihr verschiedene Locations ab, alles angefangen im Subway Untergrund, wo ihr euch mit eurem scheinbar Verbündeten Malcom Vanhorn treffen wollt. Dort schlagt ihr munter irgendwelche besessenen Junkies nieder, die mehr Zombie sind als menschlich, und das mit allem was ihr findet- losen Brettern, Rohren, Schildern, Stöcken, Äxten, Vorschlaghämmern.
Wenn man ganz viel Glück hat, erwischt man auch mal eine Pistole, die ihr aber nach ein paar Schüssen außer zum draufhauen für nichts mehr gebrauchen könnt. Das Game ist sehr auf Nahkampf ausgelegt, man muss im Laufe der Zeit auch viel blocken und tasern, da die Gegner immer mehr Power kriegen.
Für viele mit Sicherheit ein Nachteil- ich fands erfrischend, denn so bleib einen der Egoshooter Beigeschmack erspart. Je weiter man spielt, umso menschenunähnlicher werden diese Dinger übrigens. Und schneller und stärker. Dafür habe ich den Eindruck, haben sie weniger Stamina.
Wirklich viel anderes macht ihr in den ersten Spieleminuten nicht, außer metzeln, Blech und tote Vögel einfangen.
Ja, die Vögel, das ist auch noch so eine Sache. Ihr bekommt mit, dass mit dieser Menschenfressenden Epidemie ein Massenvogelsterben einhergeht, weil die Gehirne dieser aus unerklärlichen Gründen schmelzen. Hmmmm...

Dann wird es storytechnischer allerdings etwas interessanter. Da ihr ja immer noch den Matchmaker jagt, setzt ihr natürlich eure FBI Technik ein, um verschiedene Hinweise zu deuten. Gott sei Dank habt ihr im Labor eine Verbündete, die an eure Unschuld glaubt- Rosa- und somit alles tut um die per WLAN Technik eingehenden DNA Spuren zu analysieren. Die Verwirrung ist groß, denn die Leiche die ihr am Ende eines wirklich sehr spookigen Kaufhauses mit einer Schaufensterpuppe drapiert findet, ist die des Matchmakers.
Das Kaufhaus ist übrigens wirklich mies, denn die Zombies geben sich hier gerne mal als Schaufensterpuppen aus, was ich sehr tricky und gemein finde. Außerdem hat euer FBI Agent immer mal wieder merkwürdige Visionen, in denen er Dinge sieht, die gar nicht da sind. So werdet ihr plötzlich von einer Flut Schaufensterpuppen gezwungen, in ein Loch zu springen, obwohl ihr das doch gar nicht wollt.
Wirklich sehr creepy.



Zurück zum Serienkiller. Wer ist dieser Mann? Ihr findet eine Liste, auf der sämtliche Serienkiller der Stadt vermerkt sind, der zuvor gefundene Matchmaker ist durchgestrichen. Nur ein weiterer Name ist verzeichnet- der Torturer. Dieser Kerl entführt Leute, foltert sie, lässt sie frei und verfolgt diese, um sie so in den Selbstmord zu treiben. Also eine ganz fiese und widerliche Nummer. Die Vermutung liegt also nah, dass unser Serienkiller die anderen Serienkiller jagt und von seiner Liste streicht. Hierbei bringt dieser die Mörder auf die Art um, die sie auszeichnet. Nun haben wir also eine Spur, denn der Torturer wird uns auch zu Serienkiller X führen, mit dem wir ja noch eine kleine Rechnung offenhaben.

Im letzten Teil, wo ihr versucht, denn Torturer zu finden wird es nochmal ganz fürchterlich gruselig, was ich nicht erwartet hätte, da das Spiel bis dato ja eher die Survival Horror Schiene fuhr und zwar irgendwie verstörend ist, ich mich aber nicht hinter meinen Haaren verstecken musste.
Hier trefft ihr kaum auf Gegner sondern lauft ein kleines Haus samt engen Keller ab, auf der Suche nach Hinweisen. Und hier müsst ihr in der Tat mal ein wenig rätseln und euch zwischenzeitlich sogar in Kleiderschränke sperren. Kein Witz, wäre das ganze Spiel so abgelaufen, hätte ich vor Angst aufgehört zu existieren. Zwischenzeitlich war ich dann doch sehr froh, als es endlich wieder in die Metzelmanier überging.

Natürlich verrate ich das Ende jetzt nicht, obwohl es kaum einen Unterschied machen würde, da ich storytechnisch ja schon etwas weit vorgeprescht bin, aber ich will euch ja nicht den ganzen Reiz rauben. Denn die Auflösung ist noch mal recht spannend- wenn auch etwas irritierend.

Mein Fazit des ganzen ist jedenfalls, dass Condemnded: Criminal Origins ein relativ nettes Horrorgame ist und wer Fan von Survival Horror ist, sollte den Titel, auch wenn er älter ist, eine Chance geben. Ein netter Zeitvertreib ist er alle mal und ich werde mich die Tage auch mit Sicherheit an Condemned 2 setzen.
Ich gebe dem Spiel jedenfalls 6,5/10 Punkten.